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Medien-News avch

8. Schweizer ausbilder-forum 2011
Lernen mit Social Media - schöne, neue, vernetzte Welt

Zu diesem Thema versammelten sich am 24. Mai rund  90 Ausbildungsfachleute im Hotel Sheraton Sihlcity in Zürich. Erstmals organisierte der ausbilder-verband avch das Forum zusammen mit den Partnerverbänden SVEB, VPA und HF/EB.

Der professionelle Umgang mit Web2.0 -Tools ist auch im Bereich Lernen und Unterrichten zu einem Must geworden. Zu Beginn der Tagung gab Prof. Dr. Andrea Belliger einen eindrücklichen Überblick über die wichtigsten Plattformen und die Bedürfnisse und Werte der "Netgeneration". Kommunikation, Transparenz und Partizipation stehen dabei im Zentrum, die Privatsphäre tritt in den Hintergrund.

eLearning in vielen Facetten
Prof. Dr. David J. Krieger definiert diesen Begriff: "Alle Formen von Lernen, bei denen digitale Medien für die Präsentation und Distribution von Lernmaterialien und/oder zur Unterstützung zwischenmenschlicher Kommunikation zum Einsatz kommen (nach M. Kerres)".
eLearning 2.0 bedeutet, dass die User selber Inhalte generieren und  diese in Learning Communities und KnowledgeNetworks austauschen. Sie lernen problem- und projektorientiert und nach eigenen Bedürfnissen. Zu den  anerkannten Lerntheorien kommt der Konnektivismus dazu, der Lernen als einen Prozess des Verbindens von Informationsressourcen beschreibt, der in Netzwerken von menschlichen und nicht-menschlichen Akteuren stattfindet.

Präsenzunterricht - ein Auslaufmodell?
Im "klassischen" Unterricht erfolgt die Wissensvermittlung meist im Plenum  im Schulungsraum. Die Vertiefung erfolgt individuell oder mit geeigneten Sozialformen und Lernarrangements. Prof. Krieger stellt die These auf, dass mit konsequentem Einsatz der heutigen technischen Möglichkeiten diese Reihenfolge auf den Kopf gestellt werden wird: Wissenserwerb mit Hilfe von eLearning und anschliessende Verarbeitung und Vertiefung im Präsenzunterricht.

Trends für das Lernen 2.0
Das bestätigt auch der dritte Referent, Dr. Daniel Stoller-Schai. Er sieht drei Haupttrends für den Unterricht der Zukunft:
Lernen durch Kollaboration: Das Seminarlernen nimmt ab, das informelle Lernen nimmt zu. Die Dimension des kollaborativen Lernens gewinnt eine verstärkte Bedeutung, damit Lernende, die vermehrt am Arbeitsplatz lernen, ihre persönlichen Netzwerke ausbauen können und den Kontakt zu ihren Lernpartnern nicht verlieren.
Lernen durch Individualisierung: Lernen muss individualisiert werden. Statt den Wunsch nach Individualisierung technisch zu lösen, könnte bei Lernen 2.0 der Community-Ansatz zum Einsatz kommen.
Lernen durch Events: Lernen 2.0 muss vermehrt als Event organisiert werden bleibende Lernerlebnisse zu schaffen.

Marketing mit Social Media
Torsten Maier gibt dann den Ausbildungsfachleuten wichtige Tipps mit, wie Social Media für den Marketingbereich genutzt werden können. Auch hier gilt: ohne geht gar nichts mehr! Dabei ist es wichtig, sich auf die wichtigsten Social Media-Kanäle zu konzentrieren und diese auf die Zielgruppe auszurichten. Die Nutzung dieser Kanäle braucht Zeit. Diese muss beim Zeitmanagement berücksichtigt werden. Zudem ist es wichtig, messbare Erfolgskriterien festzulegen und diese auch zu evaluieren.

Erfolgreiche Tagung
Die anwesenden Bildungsfachleute nutzten die Tagung, um einen fundierten Einblick in die Materie zu bekommen und Antworten auf individuelle Fragen zu finden. Angeregte Diskussionen in den Pausen zeigten, wie gross das Bedürfnis, aber auch der Druck sind, sich kompetent in den Social Media zu bewegen. Der avch wird auch in Zukunft am Thema dran bleiben und entsprechende Angebote machen.

Edith Keller-Schwarz, Geschäftsstelle avch

7. Schweizer ausbilder-forum 2010
„Ethik in der Weiterbildung“

Bedeutung der Ethik

Ethik – ist das nicht Privatsache? Zu dieser Frage hatte der Referent, Dr. Christoph Weber-Berg eine ganz klare Antwort: Nein! Ethik ist überall dort von Bedeutung, wo Menschen von Entscheidungen anderer betroffen sind. In der heutigen Gesellschaft besteht ein steigender Ethikbedarf. Je mehr individuelle Wert- und Moralvorstellungen möglich sind, desto höher ist der Bedarf an ethischer Verständigung in Fragen von öffentlicher Bedeutung. Je rascher die technologischen Entwicklungen und die gesellschaftlichen Veränderungen ablaufen, desto höher ist der Bedarf an Orientierung. Je mehr kulturell unterschiedliche Wertesysteme und Moralvorstellungen in gemeinsame Projekte involviert sind, desto grösser ist der Bedarf an ethischer Verständigung.

Ethik als Disziplin der Philosophie beschäftigt sich seit der Antike mit drei Grundfragen: 1. Was ist gutes Leben? 2. Was ist gerechtes Zusammenleben? 3. Was ist verantwortliches Handeln?

Viele brennende Fragen

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Tagung hatten die Möglichkeit, gleich zu Beginn ihre eigenen ethischen Fragestellungen einzubringen. Davon gab es viele, denn wer in der Ausbildung tätig ist, steht ganz besonders im Spannungsfeld verschiedener Interessen. Selbstständige Trainer müssen ihr Angebot „verkaufen“ und dann den Erwartungen der Auftraggeber gerecht werden. „Was kann ich verantworten, was nicht?“ „Wem bin ich verpflichtet?“ „Was sind meine Werte und was bin ich wert?“

Christoph Berger vermittelte in seinem einleitenden Referat einige Grundbegiffe der Ethik und knüpfte darin immer wieder an die vorher formulierten Fragen an.

Werte in der Diskussion

Die wohlverdiente Pause diente wie immer dazu, Kontakte zu knüpfen und zu vertiefen, und natürlich die feine Verpflegung im Hotel Bern zu geniessen.

Anschliessend tauschten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in einer Gruppenarbeit zum Thema Werte aus: Welche Werte sind im Alltag als Ausbilderin / Ausbilder besonders wichtig? Mit welchen Werten, die Ihnen wichtig sind, kommen Sie in Ihrem Berufsalltag ab und zu in Konflikte oder Dilemma-Situationen? Welche Werte möchten Sie bei den Menschen, die Sie ausbilden, fördern? Gibt es ein Berufs-Ethos von Ausbilderinnen und Ausbildern?

Die lebhafte Diskussion in den Gruppen und im anschliessenden Plenum ergab eine ganze Sammlung von ethischen Forderungen an die Berufsgruppe: Wertschätzung, Respekt und Toleranz gehören ebenso dazu wie Offenheit, Transparenz und Verbindlichkeit gegenüber vereinbarter Spielregeln. Aber auch eine grundsätzlich positive Grundhaltung und „Herzblut“ für das eigene Thema und die Menschen ganz allgemein.

Kant - immer noch aktuell

Für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Tagung war klar, dass der kategorische Imperativ, den Immanuel Kant bereits im 18. Jh. formuliert hatte, immer noch gilt: „Handle so, dass die Absicht deines Handelns für alle zur Pflicht gemacht werden könnte.“ (vereinfachte Formulierung). So einfach – und doch so schwierig zu leben!

Edith Keller-Schwarz

6. Schweizer ausbilder-forum 2009
„Do it yourself! - erfolgreich selbstständig“


Zum 6. Schweizer ausbilder-forum trafen sich die Ausbildungsfachleute des ausbilder-verband.ch zu Weiterbildung und Erfahrungsaustausch. Erfolgreiche Selbstständigkeit war das Thema der diesjährigen Veranstaltung in Zürich.

Im "Puls 5" in Zürich begrüsste Präsidentin Diana Binder am 9. Juni rund 30 Personen zum ausbilder-forum, das unter dem Thema Selbstständigkeit stand

Sorgfältige Planung

Eine selbstständige Tätigkeit aufzubauen und erfolgreich zu betreiben ist eine grosse Herausforderung. Viele Mitglieder des ausbilder-verband.ch und der SKO packen die Chance, sich im eigenen Unternehmen zu verwirklichen. Am ausbilder-forum konnten sich die Teilnehmer über rechtliche und finanzielle Fragen informieren. Pascal O. Stocker von der Wyrsch Unternehmerschule unterstrich in seinem Referat, wie wichtig es ist, die Selbstständigkeit sorgfältig zu planen und erläuterte den Weg zum professionellen Businessplan. Ausgezeichnete Infos dazu finden Interessierte auf der Website des Kantons Zürich unter www.gruenden.ch.

Faktoren für den Erfolg

Rund zwei Drittel aller neugegründeten Firmen verschwinden bereits nach wenigen Jahren wieder vom Markt. Die folgenden Faktoren führen tendenziell eher zum Erfolg:
- weibliches Geschlecht
- mittleres bis fortgeschrittenes Alter
- ein solides Netzwerk
- persönliche finanzielle Haftung
- innovatives, nicht imitatives Produkt
- finanzielle Unterstützung von Banken

All die "harten" Facts konnten die Teilnehmenden in der Pause mit Hilfe feiner Häppchen verdauen. Sie diskutierten, ergänzten eigene Erfahrungen und knüpften wertvolle neue Kontakte. Die aufgelegten eigenen Flyer der Teilnehmenden im "Netzwerkmarkt" stiessen auf grosses Interesse: Wie macht's wohl die Konkurrenz?

Beziehung aufbauen

Ein entscheidender Erfolgsfaktor für Start-ups ist die Kundengewinnung. Der zweite Referent, Hanspeter Ruchti von HR Concept und Training, konnte zu diesem Thema auf reiche eigene Erfahrungen zurückgreifen. Seine Fakten bezüglich grösseren Schulungsaufträgen waren hart: 160 telefonische Erstkontakte führen durchschnittlich zu 35 Besuchen, aus denen sich fünf Aufträge generieren. Zeitaufwand 187 Stunden! Potenzielle Kunden nehmen Produkte und Service von verschiedenen Anbietern wenig differenziert wahr. Der ausschlaggebende Punkt ist deshalb die Person selber, ihr Verhalten und die Beziehung, die sie aufbauen kann. Hanspeter Ruchti konnte den Teilnehmenden viele wertvolle Hinweise geben, wie sie diese Beziehung erfolgreich herstellen und pflegen können.

Gesundheit nicht vergessen

Besonders zu Beginn erfordert die selbstständige Tätigkeit einen überdurchschnittlichen Einsatz, der zu Stress führen kann. Wichtig für alle "CEOs" ist darum eine gute Gesundheit. Diese stand im dritten Teil des ausbilder-forums im Mittelpunkt. Filippo Larizza von Filippotraining ermunterte die Anwesenden, sich genug zu bewegen und gesund zu ernähren. Er vermittelte anschaulich, wie es gelingt, Übergewicht zu vermeiden und eine Grundfitness aufzubauen.

Das 6. Schweizer ausbilder-forum hat klar gezeigt: Sein eigener Chef oder seine eigene Chefin zu sein macht Spass, fordert aber viel Wissen, Engagement, Disziplin und eine gute Gesundheit. Do it yourself!

Edith Keller-Schwarz