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Rückblick auf den 39. LeaderCircle

Wie führt man als Co-CEO ein ganzes Unternehmen? Darüber wurde am 39. LeaderCircle lebhaft und anschaulich diskutiert.

Nach der Einführung durch SKO-Geschäftsleiter Jürg Eggenberger diskutierte Stefan Barmettler, Chefredaktor Handelszeitung, mit Marianne Janik, Country Manager Microsoft Schweiz, Angelika Eckenstein-Haffer und Diana Pasquariello, CAP-Rechtsschutz, Yvonne Seitz, Leiterin Diversity AXA Winterthur, Sabine und Oliver Weisbrod, Weisbrod-Zürrer AG, über Topsharing und weitere Führungsmodelle.

Einen anschaulichen Rückblick lieferte Oliver Weisbrod. Noch sein Vater war der Meinung, dass alle Jobs teilbar seien – ausser der Funktion des CEO. Oliver Weisbrod selber beweist das Gegenteil und teilt sich seit Jahren erfolgreich die Führung der Textilfirma Weisbrod-Zürrer AG mit seiner Frau Sabine Weisbrod. Beide erreichen so ihr gemeinsames Ziel, Arbeit und Familie optimal vereinbaren zu können. Gemäss Oliver Weisbrod braucht es dabei viel Flexibilität und Kommunikation. Ob eine Doppelführung aber letztlich funktioniere, hänge davon ab, ob beide Job-Sharer offen seien für einen Entwicklungsprozess. Anfänglich hätten sie sich beide noch in jedem einzelnen Dossier à jour gehalten. Doch aus Effizienzgründen habe man sich zunehmend die Dossiers aufgeteilt. Ein entscheidender Erfolgsfaktor sei sicher, dass sie zwar unterschiedlich im Charakter seien, aber dafür umso einig in ihren Werten. Ideal sei für sie Topsharing auch, um Talente zu fördern, die sonst gar keine Karriere anstreben würden. Mehr zum Erfolgsfaktor der Familie Weisbrod sehen Sie hier in Ihrem Interview.

Aus ihrem abwechslungsreichen Führungsalltag erzählten auch Diana Pasquariello Schmid und Angelika Eckenstein-Haffer, die sich bei der CAP Rechtsschutz-Versicherungsgesellschaft die Leitung des Spezialgeschäfts teilen. Eine gute Streitkultur und Vertrauen sind ihnen dabei besonders wichtig. Man müsse sich zum Topsharing berufen fühlen. Und wenn man dies für sich will, soll man sich getrauen, es aktiv einzufordern. Denn wie Angelika Eckenstein betont, ist die damit verbundene Differenzierung ein wichtiger Wettbewerbsvorteil. In ihrem Video hier ermöglichen uns die beiden einen interessanten Einblick.

Gemäss Yvonne Seitz, Leiterin Diversity bei AXA, sind Wertschätzung, Flexibilität und Wissenstransfer die wichtigsten Werte, die sowohl von erfahrenen wie auch von jungen Mitarbeitenden gefordert werden. Auch für das Senior Management gelten fortschrittliche und flexible Arbeitszeiten als attraktiv, wobei diese aber auch die Möglichkeit einer stufenweisen Pensionierung schätzen. Für sie sei es bei aller Flexibilität ideal, wenn sich betriebliche und persönliche Bedürfnisse so weit wie möglich decken.

Bei Microsoft sei grundsätzlich alles denkbar, was an Arbeitsformen möglich ist, meint Marianne Janik. Als Marketing und Service-Organisation gebe es aber in der Realität gewisse Einschränkungen, zum Beispiel seien zu geringe Teilzeitpensen nicht vereinbar mit einer Karriere. Topsharing sei bei Ihnen aufgrund der Matrix-Organisation jedoch schon fast gegeben. Sie stellt fest, dass Arbeitnehmende der Generation Y primär die Gestaltung des Arbeitsplatzes, Flexibilität und die Möglichkeit für Sabbaticals schätzen. Generell nimmt sie die jungen Mitarbeitenden als ehrgeiziger und fordernder war. Dabei liege eine der Verantwortung der Führungskräfte heutzutage auch darin, zu schauen, dass nicht zu viel gearbeitet werde. Sie betont aber, dass flexible Arbeitsmodelle nicht dem Selbstzweck dienen, sondern dazu, Talente zu werben und zu binden. Denn auch in der Schweiz gebe es in gewissen Funktionen den sogenannten "War of Talents".

Dass es nicht mehr Topsharing-Beispiele gibt, liegt sicher auch daran, dass es wenig bis keine Topsharing-Stellenausschreibungen gebe. Oder falls doch, dann gebe es keine geeignete Ergänzung zum einem allfälligen Interessenten. Die Lösung wäre hier, dass sich zwei passende Stellenbewerber/innen gemeinsam bewerben würden.

Einig war man sich, dass eine Doppelführung auch bei den Mitarbeitenden ein Mitdenken und Selbstständigkeit voraussetze.

Abgerundet wurde der Abend mit dem anschliessenden Apéro riche, der den 120 Teilnehmenden ideale Gelegenheit zur Vertiefung und zum Netzwerken bot.

 

 

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4. SKO-LeaderCircle Plus: KMU im Spannungsfeld zwischen Innovation und Tradition!

Nach Impuls-Sessions am Nachmittag diskutiert Stefan Barmettler, Handelszeitung, mit hochkarätigen Gästen und dem Publikum, wie der Spagat zwischen Innovation, Digitalisierung und Traditionen gelingen kann. Podiumsgäste: Barbara Artmann, Künzli Schuhe; Bruno Cathomen, Mikron Gruppe; Daniel Küng, Switzerland Global Enterprise und André Lüthi, Globetrotter Group

Do. 14. September 2017, SIX ConventionPoint Zürich, 13:30–17:00 Impuls-Sessions, 17:30–21:00 Podium, Apéro riche

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