Finanzierung von Weiterbildungen - wer zahlt was?

Bei der Weiterbildungs-Finanzierung ist entscheidend, ob Sie eine berufliche oder eine allgemeine Weiterbildung/Umschulung planen. Erstere sollte zumindest teilweise vom Arbeitgeber bezahlt werden. Die allgemeinen Weiterbildung oder Umschulung ist meistens Privatsache. Trotzdem empfiehlt es sich in jedem Fall, mit dem Arbeitgeber über Finanzierungsmöglichkeiten zu sprechen.

Stipendien und Darlehen, wenn der Arbeitgeber nichts bezahlt          

Stipendien und Ausbildungsdarlehen der öffentlichen Hand: Die meisten Kantone bieten für finanziell schlechter Gestellte Stipendien und/oder Darlehen an. Während Stipendien nicht zurückbezahlt werden müssen, sind Darlehen nach Abschluss der Ausbildung innerhalb einer bestimmten Frist zurück zu erstatten. Einige Kantone verlangen Zinsen auf ihren Darlehen.    
Allerdings sind die Kantone bei Weiterbildungen sehr zurückhaltend. In der Regel werden nur Umschulungen, Lehrgänge an Fachhochschulen oder die Matura auf dem zweiten Bildungsweg unterstützt.    
Ausbildungsdarlehen von Banken: Bildungsdarlehen werden in der Schweiz noch recht wenig in Anspruch genommen. Angeboten werden Bildungsdarlehen namentlich durch die Gross- und Kantonalbanken. Doch Vorsicht: Die Höhe der Zinsen variert von Bank zu Bank beträchtlich.    
Erbvorbezug: Viele Vermögen werden erst vererbt, wenn auch die Erben bereits dem  Pensionierungsalter nahe sind. Anstatt bis zum Erbgang zu warten, kann mit einem Erbvorbezug die Ausbildung der Nachkommen finanziert werden.    
Pensionskasse: Ein Vorbezug von Geldern der beruflichen Vorsorge zu Bildungszwecken ist bis heute gesetzlich nicht zulässig. Möglich ist ein Bezug von Pensionskassengeldern aber zu Ausbildungszwecken im Rahmen eines Wechsels in die Selbständigkeit.    
Privates Sparen: Wer nicht auf bereits Erspartes zurückgreifen kann, muss sich seine Ausbildung zusammensparen. Dazu am besten geeignet sind Sparpläne, bei denen man regelmässig einen fixen Betrag auf ein separates Konto überweist.

Steuerabzüge: Von Kanton zu Kanton verschieden

Anders als die Erstausbildung kann eine Weiterbildung in allen Kantonen grundsätzlich von den Steuern abgezogen werden. Allerdings häufig nur, wenn sie zur Verbesserung Ihrer Berufschancen führt und nicht als Hobby betrieben wird. Der Interpretationsspielraum ist jedoch gross‚ und die einzelnen Kantone definieren unterschiedlich, was Hobby ist und was die Berufschancen verbessert. Auch Umschulungen werden von Kanton zu Kanton unterschiedlich gehandhabt. Während einzelne Kantone nur zwingende Umschulungen akzeptieren, ist für andere jede Umschulung für einen Steuerabzug gerechtfertigt.  

Grundsätzlich gilt es, Folgendes zu beachten:

  • Weiterbildungskosten gehören in die Rubrik «Berufsauslagen».
  • Die Abzüge dürfen das Nettoeinkommen nicht übersteigen.
  • Stipendien oder Unterstützungsbeiträge können nicht abgezogen werden.
  • Abziehen können Sie alle effektiven Kosten, also etwa: Kursgelder, Fahrspesen, Schulmaterial, Verpflegung und Unterkunft.
  • Begründen Sie gegenüber der Steuerbehörde, warum die Weiterbildung für Ihre Karriere wichtig ist.
  • Finanziert der Arbeitgeber mit, akzeptiert auch das Steueramt eher, dass die Weiterbildung mehr als ein Hobby ist.
  • Auch wenn Ihr Kanton Umschulungskosten nicht akzeptiert, machen Sie diese dennoch bei den Bundessteuern geltend. Der Bund akzeptiert Umschulungskosten nämlich in jedem Fall.

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