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Plötzlich Chef – was nun?

Die Beförderung in eine Führungsposition nehmen die meisten gerne an. Eine solche gilt nicht nur als Königsweg zum beruflichen Erfolg, sondern führt meist auch zu mehr Lohn - aber auch zu mehr Verantwortung. Nachfolgend einige Tipps, damit der Rollenwechsel gelingt.

Plötzlich Chef – was nun?

Der Rollenwechsel vom Mitarbeiter  zum Vorgesetzten wird vielfach unterschätzt. Wird man befördert, ist man nicht mehr Arbeitskollege, sondern vorgesetzte Person mit Sanktionsmacht. Die Folge ist, dass man als Führungskraft meist ein gutes Stück einsamer wird. Man muss sich daran gewöhnen, dass man nicht mehr überall dabei sein kann und sich persönlich mehr zurücknehmen muss. Der Kontakt zu den unterstellten Mitarbeitenden wird formeller und distanzierter. Man wird von ihnen beobachtet und um einiges kritischer beurteilt. Deshalb sollte man darauf achten, dass man sich der Vorbildfunktion stets bewusst ist. Die Führungsrolle aktiv zu übernehmen und ein tragfähiges Netzwerk mit anderen Führungskräften auf der gleichen hierarchischen Ebene aufzubauen sind dabei oft hilfreich.

Unterschätzte Sandwichposition

Die Sandwichposition, in der man als Führungskraft steckt, bringt verschiedenste Rollenkonflikte mit sich, die nicht immer leicht zu lösen sind. Einerseits muss man Entscheide von oben nach unten vertreten, auch wenn diese einem nicht passen oder Widerstand bei den Mitarbeitenden hervorrufen. Andererseits gilt es, den eigenen Leuten Rückendeckung zu geben und sie vor Gegebenheiten und Prozessen abzuschotten, die für sie und ihre Leistung nicht relevant sind. Ausserdem wird man als neue Führungskraft nicht nur von den unterstellten Mitarbeitenden, sondern auch vom eigenen Vorgesetzten mit hohen Erwartungen konfrontiert. Authentisch zu bleiben ist ein relevanter Faktor für den eigenen Führungserfolg. Es ist unabdingbar, die persönlichen Überzeugungen und Werthaltungen zum Ausdruck zu bringen und sich abzeichnende Konflikte einzugehen, wertschätzend gegenüber der jeweiligen Ansprechperson, jedoch konsequent in der Sache.

Führung heisst Leadership

Führungsarbeit beinhaltet nicht nur Managementaufgaben. Planen, Koordinieren und Organisieren sind zwar nach wie vor wichtig, reichen aber bei weitem nicht aus, um heutzutage als Führungskraft erfolgreich zu sein. Gerade jemand, der neu Führung übernimmt, sollte eine Vision mit seinem Team erarbeiten. Voraussetzung dafür ist, dass man ein prägnantes und profiliertes Selbstbild als Führungskraft entwickelt, an sich selber glaubt und den eigenen Führungsfähigkeiten vertraut. Zudem sollte man ein Vorbild in Bezug auf die zu lebenden Werte und Normen sein, die Arbeitsorganisation und den Ressourceneinsatz laufend optimieren und die intrinsische Motivation der eigenen Leute so fördern, dass sie bereit sind, ihr Bestes zu geben. Letztlich empfiehlt es sich, konsequent die Führung zu übernehmen und rasch tragfähige Lösungen zu suchen, wenn ein Teammitglied nicht am gleichen Strick ziehen will oder kann.

Fast die Hälfte derjenigen, die das erste Mal eine Führungsrolle übernehmen, riskieren grosse Leistungseinbussen, weil sie zu viel selber erledigen wollen. Oft trauen sie sich zu wenig, Aufgaben an ihre Mitarbeitenden zu delegieren – meist, um diese nicht zu überfordern oder um Konflikte zu vermeiden. Konsequent zwischen Führungs- und Handlungsverantwortung zu unterscheiden, ist jedoch unabdingbar, um eine wirkungsvolle Delegation umzusetzen. Denn Vorgesetzte sind grundsätzlich für die Zielvorgaben und ihre Mitarbeitenden für die Umsetzung der Arbeiten zuständig. Nur so ist es möglich, einerseits die unterstellten Mitarbeitenden zu fordern und zu fördern und andererseits gezielt die nötige Freiheit für sich selbst sowie Handlungsspielraum für die Führungsaufgaben freizuschaufeln.

Führung ist Kommunikation

Die Kompetenzen in Menschenführung, die jemand für eine Führungsfunktion mitbringt, erhöhen die Chancen auf Erfolg in der Führung am meisten. Führung bedeutet mehrheitlich Kommunikation und Interaktion. Mit den unterstellten

Mitarbeitenden müsste eine vorgesetzte Person regelmässig das Gespräch suchen und dazu fähig sein, das jeweils passende Gespräch situations- und zeitgerecht zu führen. Unmittelbare konstruktivkritische Rückmeldungen für erwünschtes oder unerwünschtes Leistungs- und Sozialverhalten stehen dabei im Vordergrund. Es hat sich herausgestellt, dass informelles Feedback die grösste Wirkung hat, um Leistung zu fördern. Kennt man die Leistung und das Verhalten von jedem einzelnen Mitarbeiter, so kann man seine intrinsische Motivation mit regelmässigen konstruktiven, fairen und zutreffenden Rückmeldungen gezielt und effektiv erhöhen.

Know-how aufbauen

Reine Intuition und Erfahrungswissen reichen heutzutage nicht mehr aus, um eine Führungsrolle erfolgreich auszuüben. Ein fundiertes und stets aktuelles Wissen bezüglich Führungsinstrumenten und –techniken ist eine wichtige Voraussetzung. Ausschlaggebend ist jedoch, dass man die eigene Führungsarbeit regelmässig kritisch hinterfragt und reflektiert, um die Kompetenzen gezielt verbessern zu können. Dazu gehört, dass man immer wieder Feedback von Mitarbeitenden, Vorgesetzten und Kollegen einholt, sich damit sorgfältig auseinandersetzt, die nötigen Erkenntnisse daraus ableitet und in die eigene Führungsarbeit einfliessen lässt. Sinnvoll kann es auch sein, einen externen Sparringspartner oder Coach zu konsultieren, der nicht durch interne Interessen und Gegebenheiten beeinflusst ist. Er kann dank seiner Unabhängigkeit hilfreiche Impulse geben, um zielführende Lösungen im Rahmen der eigenen Führungsarbeit zu entwickeln.

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